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Die "Kanu" und ihre Vereinsgeschichte

Die Liebe zum Wassersport und zu den heimatlichen Gewässern vereinigte bereits im Sommer 1922 die Herren Heinrich Scherer, Fritz Benner, Ludwig Maas und die Gebrüder Kinzler. Nach dem ersten Sportboot, das Sportkamerad Scherer in Neckarau zu Wasser ließ, folgten bis zum Spätherbst weitere sechs Boote. Damals hatte man eine kleine private Gesellschaft und schritt am 11. Januar 1923 zur offiziellen Gründerversammlung der Kanu-Gesellschaft Neckarau e.V., die von zehn Herren und zwei Damen besucht war. Am 3. Juli 1923 konnte die erste Generalversammlung stattfinden. In den Vorstand wurden gewählt: Heinrich Scherer als erster Vorsitzender, Jakob Schleich als zweiter Vorsitzender und Fritz Benner als Kassier. Bald gesellten sich weitere Gleichgesinnte, alles begeisterte Anhänger dieses neuen und doch schon uralten Sports, zu ihnen. Man darf schon sagen, diese paar dutzend Leute waren Optimisten und Idealisten reinsten Wassers, denn die Gründung der "Kanu" erfolgte in einer schweren wirtschaftlichen Zeit. Sie hatten den Mut, sich auch an scheinbar unlösbare Aufgaben zu wagen, und das Wichtigste war, sie hatten Erfolg: ein Beweis für die Richtigkeit der Gründung des Neckarauer Kanuvereins. Als behelfsmäßige Bootsunterkunft diente zunächst die stillgelegte Kegelbahn des Lokales "Zum Augarten".

Bald genügte diese den Ansprüchen nicht mehr, und man beschloß auf einer Mitgliederversammlung 1924 den Bau eines neuen Bootshauses.Der Entschluß war zu jener Zeit nur unter großen Schwierigkeiten zu verwirklichen. Seine Ausführung forderte von allen Beteiligten persönliche Opfer, die nur aus dem Geist einer unverfälschten Sportkameradschaft heraus gebracht werden konnten. Alle, die damals mit zufaßten, waren sehr stolz auf ihre Leistung. Es war ein erhebender Augenblick und ein Ereignis, als das Bootshaus seiner Bestimmung übergeben wurde.

Das Bootshaus war nicht gedacht als Hochburg irgendwelcher Exklusivität, sondern Mitglieder aus allen Bevölkerungsschichten sollten sich hier wohlfühlen, verbunden durch das gemeinsame Interesse am Kanusport. Die Verschlechterung der Wirtschaftslage blieb zu jener Zeit für den Verein nicht ohne Einfluß. Trotzdem ging es nicht rückwärts, sondern langsam aber stetig voran. Wir konnten in zäher Beharrlichkeit unseren Sportbetrieb erweitern und den Bestand an vereinseigenen Rennbooten vergrößern.

Auf der Kollerinsel
Auf der Kollerinsel wurde ein Stück Land gepachtet. Durch das plötzliche Entstehen von Arbeitsdienst und Wehrpflicht wurden die vielversprechenden Anfänge einer Jugendabteilung in ihrer Entwicklung stark behindert. Kaum einer der angehenden Kanusportler konnte sich dieser Entwicklung entziehen. Nun kam der Krieg mit all seinen seelischen und materiellen Belastungen. Jeder versuchte unter Aufbietung aller Kraft, von dem Strom der Ereignisse nicht allzu weit abgetrieben zu werden.
 
Und dann kam das bittere, trostlose Ende, und dahinter das Nichts, das Vakuum. Vielleicht die stärkste Krise in der Vereinsgeschichte. Der Krieg hat uns verflixt wenig hinterlassen.

Eine in alle Windrichtungen verwehte Anhängerschar und ein demoliertes, bis auf den letzten Nagel geplündertes, zum wilden Absteigequartier degradiertes Bootshaus. Die Daheimgebliebenen und die aus dem Krieg und aus der Gefangenschaft heimgekehrten KGN`ler fanden sich alle wieder im Bootshaus ein. Ordnung wurde geschaffen, die ersten Boote wurden wieder angeschafft, größtenteils im Eigenbau. Unser Bootshaus bekam langsam wieder ein Gesicht. So beging die Kanu im Jahre 1948 das 25jährige Jubiläum, das der damaligen Zeit entsprechend gefeiert wurde. Nach der Währungsreform begann im ganzen Land ein Vor- und Aufwärtsstreben, das auch unserem Verein zugute kam. Der vorhandene Bootsraum reichte bald nicht mehr aus. Ein zusätzlicher Bootsraum wurde geschaffen, der gleichzeitig als Terrasse Verwendung fand und unser Bootshaus nach der Dammseite hin öffnete. So hat sich unser Vereinsheim dann zur öffentlichen Gaststätte entwickelt. 1953 feierten wir dann aus Anlaß unseres 30jährigen Bestehens ein Stiftungsfest, mit der Einweihung des Gedenksteines für unsere Toten.

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Auch sonst ging es weiter aufwärts mit uns. Die Erfolge im Rennsport nahmen zu . Wir haben, wie in der Vorkriegszeit, beachtliche Siege und Meisterschaften errungen, und die Entsendung unseres Vereinskameraden Herbert Kirschner zur Olympiade nach Melbourne in Australien 1956 erfüllte uns alle mit besonderem Stolz. Auch der Wandersport wurde wieder aktiv betrieben. Die Kollerhütte wurde gebaut und erfreute sich eines regen Besuches seitens unserer Mitglieder. Wir wurden wieder ein ansehnlicher Verein, zumal unsere Mitgliederzahl stetig anstieg.
Im Laufe der Jahre wurde immer wieder versucht, unseren Sportlern optimale Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Vor allem im Winter konnte man im Bootshaus nicht optimal trainieren. So wurde 1970 die Gasheizung in das Bootshaus eingebaut. Es gab immer wieder Höhen und Tiefen im Vereinsgeschehen, doch der Sportbetrieb riß nie ab. Dies zeigte sich auch in unseren Mitgliederzahlen, denn 1984 trainierten 15-20 Schüler und Jugendliche, sowie etwa die gleiche Anzahl von Erwachsenen unter fachkundiger Anleitung in einem Raum von 30 m² Größe. Ein optimales Training war dort nicht möglich, von der Verletzungsgefahr ganz abgesehen.
Auch die sanitären Einrichtungen entsprachen nicht einem angemessenen Standard. Möglichkeiten für den Freizeitsport waren ebenfalls nicht gegeben. In dieser Zeit wurde der Entschluß zum Bau der Trainingshalle gefaßt. In über 3400 ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurde das Gebäude errichtet. Die entstandenen Sanitär-, Umkleide- und Trainingsräume stehen seit der Einweihung im Sommer 1986 den Kanuten zur Verfügung und machen es möglich, noch weitere Kanusport-Begeisterte aufzunehmen.

Einweihung der Trainingshalle 1986

Anfang der neunziger Jahre wollten wir das Dachgeschoß des Bootshauses ausbauen. Hierbei wurde der desolate Zustand des Dachgebälkes festgestellt. Nach einer langen Prüfungsphase entschieden wir uns, das Bootshaus zu sanieren. Im September 1995 konnte die Sanierung beginnen. Die Abrißarbeiten machte das ganze Ausmaß des Zerfalls der Bausubstanz oberhalb unserer Gaststätte deutlich: das Dach hatte sich bereits durch Sturm und morsche Balken zur Seite verschoben, es wäre in absehbarer Zeit zum Einsturz gekommen. Der komplette Dachstuhl wurde entfernt und erneuert, man kann sagen, daß über der Gaststätte ein Neubau entstanden ist.

Bootshaus Renovierung 1995

Die Geschichte unseres verhältnismäßig kleinen Vereins zeigt, was mit gutem Willen und viel Idealismus erreicht werden kann. Vergessen wir auch nicht die Achtung vor dem Nächsten, alles Eigenschaften, die wir heute nötiger haben denn je. Aber leider, wie schon Wilhelm Busch sagte: "Eins, zwei, drei im Sauseschritt, läuft die Zeit, wir laufen mit". So wird es in unserer schnellebigen Zeit mit einem riesigen Freizeitangebot immer schwerer, Leute zu motivieren und sie dem Kanusport zuzuführen. Doch wir stellen uns dieser Aufgabe und wünschen uns, daß den ersten 75 Jahren unserer Kanu-Gesellschaft noch viele Jahre einer friedlichen Entwicklung folgen werden.

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Die Vorstände seit 1923
1923 - 1944: Heinrich Scherer, Jakob Schleich, Willi Heinrich
1945 - 1950: Gustav Obermaier
1951 - 1952: Gerhard Hübner
1953 - 1962: Edgar Axel
1962 - 1964: August Schmutz
1965 - 1968: Walter Frey
1969 - 1977: Georg Nischwitz
1978 - 1984: Norbert Frey
1984 - 2000: Rainer Hildenbrand

2000 - 2003: Stefan Müller
2003 - 2007: Georg Kiefer
2007 - 2009: Rainer Hildenbrand
seit 2013  
 : Michael Schröder

 

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